Das Verfahren der elektronischen Maßnahmeabwicklung galt bisher nur für Bildungsmaßnahmen, wie Ausbildungsbegleitende Hilfen (AbH), Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) oder Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB). Nach einer Pilotphase mit mehreren Jobcentern ist das Verfahren nun auf Arbeitsgelegenheiten ausgeweitet worden.

Standardisierte Kommunikation

Im September 2007 wurde von der Bundesagentur für Arbeit (BA) das Verfahren der elektronischen Maßnahmeabwicklung (kurz eM@w) eingeführt. eM@w ist eine Plattform, die den Datenaustausch zwischen Bundesagentur bzw. Jobcentern und AGH-Maßnahmeträger erleichtert. Der Service ermöglicht die Kommunikation vom Jobcenter zum AGH-Maßnahmeträger und umgekehrt in standardisierter Form. Galt das Verfahren zunächst ausschließlich für Bildungsmaßnahmen, so wurde es seit dem 1. Dezember 2013 bundesweit auf die Arbeitsgelegenheiten ausgeweitet. Mit dem Verfahrenszweig AGH kann der Datenaustausch mit den Jobcentern erfolgen. Seit 1. April 2014 gilt eM@w für Arbeitsgelegenheiten ab einer Teilnehmerzahl von 20 Personen pro Maßnahme verpflichtend. Zukünftig wird eM@w fester Bestandteil der Ausschreibungen für neue Maßnahmen sein.

eM@w-Schnittstelle

Die fachliche Konzeption von eM@w basiert auf dem Austausch von teilnehmer- bzw. maßnahmebezogenen Daten zwischen dem Jobcenter und dem AGH-Maßnahmeträger. Folgende Informationen werden ausgetauscht:

  • Anmeldung der Teilnehmer.
  • Datenänderungen.
  • Verlängerung der Teilnahme an einer AGH-Maßnahme.
  • Vorzeitiger Austritt von Teilnehmern aus der AGH-Maßnahme.
  • Monatsabrechnung.
  • Maßnahmeberichterstattung während der AGH-Maßnahme.

Für die Träger von Arbeitsgelegenheiten bedeutet dies, dass sie ihre teilnehmerbezogenen Daten elektronisch erfassen und verwalten müssen, um eine Übermittlung zu gewährleisten. In der Regel erfolgt dies über standardisierte Teilnehmerverwaltungssysteme, in die eine eM@w-Schnittstelle integriert ist.

Server- und Softwarelösung

Bei der Beantragung von Maßnahmen müssen die Träger sich bereits verpflichten, dass sie die elektronische Maßnahmeabwicklung gewährleisten werden. Außerdem muss die voraussichtlich verwendete Server- und Softwarelösung benannt werden. Die für den Datenaustausch erforderliche Server- und Softwarelösung kann vom AGH-Maßnahmeträger selbst oder durch einen beauftragten Dritten (externen Provider) bereitgestellt werden. Der elektronische Datenaustausch über eM@w darf nur über einen Provider erfolgen.

Zertifizierung als Provider

Der Datenaustausch erfolgt per Zugriff auf den Kommunikationsserver der Zentrale der BA. Hierfür ist ein Zertifikat erforderlich, welches durch die Bundesagentur an den Provider vergeben wird. Wenn ein AGH-Träger die entsprechende Softwarelösung auf seinem eigenen Server betreibt, muss er sich also zusätzlich als Provider von der BA zertifizieren lassen.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den entsprechenden Websiten der BA.